Neben gutem Futter, ausreichend Bewegung und liebevoller Fürsorge gehört deshalb auch die regelmäßige tierärztliche Betreuung zu einem verantwortungsvollen Katzenleben.
Denn auch eine scheinbar gesunde Katze kann krank werden oder sich verletzen. Und manchmal entstehen ganz plötzlich hohe Tierarztkosten.
Der erste Tierarztbesuch
Nach dem Einzug empfiehlt es sich, einen ersten Gesundheitscheck einzuplanen, sofern die Katze nicht bereits kürzlich tierärztlich untersucht wurde.
Dabei können unter anderem folgende Dinge überprüft werden:
- Allgemeiner Gesundheitszustand
- Zähne, Augen, Ohren und Fell
- Impfstatus und notwendige Auffrischungen
- Parasitenbefall und geeignete Vorsorge
- Mikrochip und Registrierung
- Kastrationsstatus
Unser Tipp: Lass dir bei der Übernahme möglichst alle vorhandenen tierärztlichen Unterlagen und den Impfpass aushändigen.
Impfungen – Schutz vor gefährlichen Krankheiten
Auch reine Wohnungskatzen benötigen einen angemessenen Impfschutz.
Zu den wichtigsten Impfungen gehören die gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen.
Weitere Impfungen, beispielsweise gegen Tollwut oder Katzenleukämie (FeLV), können abhängig von Freigang, Kontakt zu anderen Katzen, Reisen und individuellen Risiken sinnvoll oder erforderlich sein.
Welche Impfungen deine Katze benötigt und in welchen Abständen sie aufgefrischt werden sollten, besprichst du am besten mit deiner Tierarztpraxis.
Kastration – Verantwortung übernehmen
Die Kastration verhindert ungewollten Nachwuchs und kann bestimmte gesundheitliche und verhaltensbedingte Probleme reduzieren.
Auch bei Wohnungskatzen ist eine Kastration häufig sinnvoll. Der geeignete Zeitpunkt sollte individuell tierärztlich besprochen werden.
Wichtig: In Berlin besteht seit 2022 für fortpflanzungsfähige Katzen mit unkontrolliertem Freigang eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht nach der Berliner Katzenschutzverordnung. Als fortpflanzungsfähig gelten Katzen ab fünf Monaten.
Mikrochip und Registrierung – ein kleiner Chip kann Leben retten!
Bitte lass auch reine Wohnungskatzen chippen!
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, eine offene Tür oder ein ungesichertes Fenster können ausreichen, damit eine Katze entläuft.
Da viele Katzen einander sehr ähnlich sehen, ist eine sichere Zuordnung allein anhand ihres Aussehens oft schwierig.
Ein Mikrochip ermöglicht es Tierheimen, Tierarztpraxen und Tierschützern, eine aufgefundene Katze eindeutig zu identifizieren.
Ganz wichtig: Der Mikrochip allein reicht nicht aus!
Er muss zusätzlich mit deinen aktuellen Kontaktdaten in einem Haustierregister eingetragen werden, beispielsweise bei:
- TASSO e. V. – www.tasso.net
- FINDEFIX – www.findefix.com
Die Registrierung ist kostenlos.
Denke auch daran, deine Kontaktdaten nach einem Umzug oder Telefonnummernwechsel zu aktualisieren.
Tierarztkosten – lieber rechtzeitig vorsorgen
Regelmäßige Untersuchungen, Impfungen und kleinere Behandlungen gehören zu den laufenden Kosten einer Katze.
Doch auch unerwartete Erkrankungen, Verletzungen oder Operationen können notwendig werden.
Die Kosten richten sich unter anderem nach der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT). Im Notdienst können zusätzliche Gebühren entstehen.
Eine größere Behandlung kann schnell mehrere Hundert oder sogar Tausende Euro kosten.
Deshalb solltest du bereits vor der Anschaffung überlegen, wie du solche Ausgaben finanzieren kannst.
Katzenkrankenversicherung – sinnvoll oder nicht?
Grundsätzlich gibt es zwei wichtige Versicherungsarten:
Katzenkrankenversicherung
Sie kann je nach Tarif sowohl ambulante Behandlungen als auch Operationen, Medikamente und Untersuchungen abdecken.
Katzen-OP-Versicherung
Sie ist meist günstiger, übernimmt aber hauptsächlich Kosten rund um versicherte Operationen.
Ob sich eine Versicherung lohnt, hängt unter anderem vom Alter, Gesundheitszustand und den individuellen Lebensumständen deiner Katze ab.
Worauf solltest du achten?
- Monatlicher Versicherungsbeitrag
- Höhe der Selbstbeteiligung
- Erstattungsgrenzen und GOT-Sätze
- Wartezeiten
- Ausschlüsse bei Vorerkrankungen
- Übernahme von Medikamenten und Nachbehandlungen
- Leistungen im tierärztlichen Notdienst
- Mögliche Beitragssteigerungen im Alter
Vergleiche verschiedene Angebote sorgfältig und lies besonders das Kleingedruckte.
Versicherung oder lieber Geld zurücklegen?
Nicht jeder Katzenhalter möchte eine Versicherung abschließen.
Eine Alternative ist es, regelmäßig Geld auf ein separates Konto für Tierarztkosten zurückzulegen.
Das kann bei kleineren Behandlungen helfen. Allerdings reicht eine solche Rücklage möglicherweise nicht aus, wenn schon kurz nach der Anschaffung eine teure Operation notwendig wird.
Unser Rat: Entscheidend ist nicht, ob du dich für eine Versicherung oder eine finanzielle Rücklage entscheidest. Wichtig ist, dass deine Katze im Krankheitsfall die notwendige medizinische Versorgung erhält.
Gesundheit bedeutet auch Aufmerksamkeit
Du kennst deine Katze am besten.
Veränderungen beim Fressen, Trinken, Verhalten oder Toilettengang können erste Hinweise darauf sein, dass etwas nicht stimmt.
Katzen zeigen Schmerzen und Erkrankungen häufig erst spät oder nur sehr unauffällig.
Deshalb gilt: Lieber einmal zu früh tierärztlichen Rat einholen als zu spät.
Besonders wichtig: Kann eine Katze keinen Urin absetzen oder zeigt sie Atemnot, handelt es sich um einen Notfall, der sofort tierärztlich behandelt werden muss.
Katzenweisheit
„Liebe bedeutet nicht nur, für seine Katze da zu sein, wenn sie gesund und fröhlich ist, sondern auch dann, wenn sie unsere Hilfe am dringendsten braucht. ❤️“

